"GALATEABRUNNEN"
IN STUTTGART |
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Bilder
und Videos aufgenommen am 07.08.2023 |
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Der Galateabrunnen
(früher Herzog - Eugen - Brunnen oder Eugensbrunnen) ist ein Brunnen
an einer Aussichtsplattform am Eugensplatz in Stuttgart - Mitte. Er wurde
1890 vom Architekten und Bildhauer Otto Rieth sowie dem Erzgießer
Paul Stotz (1850 - 1899) geschaffen und ist einer der prächtigsten
Brunnen der Stadt. Der Bau des Brunnens wurde 1884 von Königin Olga
Nikolajewna Romanowa (1822 - 1892) angeregt, der Frau von König Karl
von Württemberg (1823 - 1891). Er sollte zur Verschönerung des
Stadtbildes dienen und ist bis heute einer der prachtvollsten Brunnen
Stuttgarts. Es gab einen öffentlich ausgeschriebenen Gestaltungswettbewerb,
aus dem ein gemeinsamer Entwurf der prominenten Stuttgarter Architekten
Ludwig Eisenlohr und Carl Weigle mit dem Münchner Bildhauer Wilhelm
von Rümann siegreich hervorging. Dieser Entwurf sah einen monumentalen
Brunnen mit Triumphbogen, Obelisk und Säulen vor. Königin Olga
setzte sich aber über das Ergebnis des Wettbewerbs hinweg und wählte
den lediglich drittplatzierten Entwurf von Otto Rieth (1858 - 1911). Die
Finanzierung erfolgte durch eine Geldsammlung des Vereins zur Förderung
der Kunst und durch eine bedeutende Spende aus dem Privatvermögen
der Königin. Schließlich wurde der Galateabrunnen am 27. April
1890 feierlich eingeweiht. Der Brunnen überstand die folgenden Jahrzehnte
weitgehend unbeschadet, nur im Zweiten Weltkrieg wurden zwei Sphinx -
Figuren am oberen Ende der Treppenanlage am Brunnen beschädigt. Die
Stadt ließ die beiden Figuren 1954 mit der Begründung entfernen,
sie hätten „keinen sonderlich künstlerischen Wert“.
Ab den 1990er Jahren war der Galateabrunnen kaum noch in Betrieb, weil
die Wasserbecken und -leitungen marode geworden waren. Ab 2005 wurde die
Brunnenanlage komplett renoviert und 2007 wieder in Betrieb genommen.
Heute werden Unterhalt und Betrieb des Brunnens von der Stadt Stuttgart,
der Stiftung Stuttgarter Brünnele und sogenannten Brunnen - Paten
finanziert. Er ist normalerweise etwa von Mitte Mai bis Mitte September
in Betrieb. Die gesamte Brunnenanlage wird von der Bronzefigur der Nereide
(Meeresnymphe) Galateia gekrönt, die auf einer reich verzierten Stele
aus Sandstein steht. Galatea ist in der griechischen Sagenwelt die Tochter
des Meeresgottes Nereus und dessen Frau Doris. Der Name Galatea bedeutet
"weiß wie Schnee". Sie wurde vom Zyklop Polyphem begehrt,
dem sie aber den jungen Hirten Akis vorzog. Polyphem zerschmetterte daraufhin
Akis mit einem Felsbrocken. Galatea ließ unter dem Felsen eine Quelle
entspringen und machte Akis zum Gott des Stromes. Um ihre Füße
spielen (ebenfalls bronzene) Meereswellen, Seetang und Fische sowie zwei
Kindergestalten (Putten). Unterhalb der Galatea - Figur befindet sich
an der Talseite der Stele ein bronzenes Wasserbecken, das von Fischleibern
begrenzt wird und über dem sich ein gekrönter Löwenkopf
befindet, der als Wasserspeier dient. Von dort fließt das Wasser
in ein weiteres darunter liegendes Becken aus Sandstein. Auf der anderen
Bergseite der Stele befindet sich an der Aussichtsplattform eine bärtige
Maske, die als Trinkwasserspender dient. Die Brunnenanlage wird von Treppen
umrahmt, die vom Eugensplatz den Berg hinab Richtung Stuttgarter Stadtzentrum
führen. Unterhalb des beschriebenen Galateabrunnens folgen Wasserkaskaden,
ihnen schließen sich die Treppen der Eugenstraße an, die „Eugenstaffel“
genannt wird. Anfangs beschwerten sich die Stuttgarter Bürger über
die knappe Bekleidung der Galatea. Die Beschwerden nahmen erst ein Ende,
als die Königin damit drohte, die Figur umdrehen zu lassen, so dass
sie mit dem Hinterteil auf die unterhalb liegende Altstadt steht. Das
wollten die Bürger natürlich nicht und die Beschwerden hörten
auf. Ein bisschen Glück gehört auch dazu wenn man Brunnen fotografieren
möchte. Noch während meiner Fotoaufnahmen kamen Arbeiter der
Stadt und haben nach einer Weile den Brunnen abgestellt um ihn zu reinigen.
Gerade noch rechtzeitig vor Ort gewesen würde ich mal sagen! |
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